Ist die nächste Stufe der Evolution das Ende von uns allen?

Inhalt: Jonathan Yeager wird im Auftrag der amerikanischen Regierung in den Kongo geschickt. Bei einem Pygmäenstamm sei ein tödliches Virus ausgebrochen. Die Verbreitung muss mit allen Mitteln verhindert werden. Doch im Dschungel erkennt Yeager, dass es um etwas ganz anderes geht. Kann es sein, dass dieses Geschöpf die Zukunft der Menschheit bedroht? Yeager weigert sich, es zu töten. Er setzt alles daran, es in Sicherheit zu bringen. Eine gnadenlose Jagd auf die beiden beginnt.

Rezension

Extinction“ von Kazuaki Takano ist ein unglaublich packender und spannender Thriller, der den Leser nicht loslässt und zum Nachdenken anregt. Kazuaki Takano schreibt vor allem Drehbücher in Hollywood und Japan. Dies glaubt man bei der Lektüre von Extiction sofort. Die Erzählweise von Takano weist nämlich fast schon cineastische Elemente auf. Das schnelle Tempo, die Figuren und der Aufbau der Geschichte erinnern an einen klassischen amerikanischen Action Thriller. Es fehlt eigentlich nur Bruce Willis in der Hauptrolle.wp-1470251338091.jpeg

Wem ein solcher Schreibstil zu profan, sollte sich einfach trotzdem darauf einlassen. Einige Aspekte werfen nämlich durchaus zum Beispiel Fragen der Ethik auf. Es lässt den Leser über die Natur des Menschen grübeln. Das funktioniert im Laufe des Buches leider mal besser und mal schlechter. Dann wird noch nicht einmal an der Oberfläche gekratzt sondern eher gestreichelt. An diesen Stellen hätte man auf die kritischen Untertöne auch verzichten können.

Extinction hat trotz ein paar Schwächen einfach richtig Spaß gemacht. Wenn ihr eine spannende Unterhaltung sucht, mit Gänsehaut Garantie, habt ihr sie gefunden!

!! Achtung!! Spoiler!!

Anders als vielleicht anhand des Klappentextes vermutete, geht es in „Extinction“ im Grunde nicht wirklich um biologische Evolution, sondern um die fundamentale Angst des Menschen vor einem Wesen, das ihm überlegen ist. Im Lichte der aktuellen Diskussion um AI/Künstliche Intelligenz und ihre Gefahren hat mich das besonders fasziniert. Die Meinungen gehen bei AI ja auseinander. Die einen sehen darin den Untergang des Menschen, die anderen viele einmalige Chancen. Ich glaube, eine Angst vor AI spiegelt sehr stark das Menschenbild wieder. Der Mensch ist böse, zerstört die Umwelt, rottet sich selbst und die Tiere aus und deshalb würde eine uns überlegene Intelligenz diesen Störfaktor auslöschen.

Ich persönlich sehe das etwas anders. Meiner Meinung nach unterscheidet sich der Mensch vom Tier lediglich darin, dass wir vernunftbegabt sind und so etwas wie Moral und Ethik besitzen. Eine Intelligenz, die unserer überlegen wäre, müsste diese Eigenschaften doch noch ausgeprägter verinnerlicht haben, als wir. Die Ausrottung einer ganzen Spezies kann, wenn diese Annahme zugrunde liegt, also einfach nicht auf der To-Do-Liste dieser Wesen stehen. Außerdem glaube ich (allem zum Trotz), dass es mehr Gutes im Menschen gibt als Böses.

Habt ihr dazu eine Meinung? Diese würde mich wirklich interessieren!

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