Review Das Alphabethaus - Adler Olsen
Der Thriller „Das Alphabethaus“ von Jussi Adler Olsen

Wie gut kann ein Thriller sein, der erst nach etwa 100 Seiten spannend wird? Naja, kommt darauf an, wie gut die restlichen 400 Seiten sind! Adler-Olsens „Das Alphabethaus“ hat alle Voraussetzungen eines Grusel-Schockers. Eine Anstalt für Geisteskranke im Deutschland des Zweiten Weltkriegs und zwei abgestürzte englische Piloten, die sich als Geisteskranke ausgeben, um nicht aufzufliegen. Die Geschichte ist zunächst eine detaillierte und realistische Darstellung des Alltags der Klinik. „Das Alphabethaus“ legt es auch gar nicht auf Zähneklappern an. Es ist eine subtile und vielschichtige Geschichte über Freundschaft, das Scheitern einer Freundschaft und Schuld.

Hauptfiguren

Brian und James sind seit ihrer Kindheit beste Freunde und auch in der Armee arbeiten sie noch als Team zusammen. Brian ist der Navigator, James der Pilot. James war auch schon immer derjenige mit den verrücken Ideen, der die Entscheidungen trifft. Brian zieht meist einfach mit. Diese Rollen vertauschen sich in der Klinik und beide treffen Entscheidungen, die ihr Schicksal besiegeln sollen.

Die Figuren in „Das Alphabethaus“ sind sehr gut beschrieben, glaubwürdig und vielseitig. Adler-Olsen gelingt es, dass man mit ihnen mit fiebert und leidet. Abgesehen von den Hauptfiguren, berührt auch die Geschichte um die Krankenschwester Petra.

Freundschaft

„Das Alphabethaus“ ist ein Roman über die Freundschaft zwischen James und Brian, die unter extremen Bedingungen auf die Probe gestellt wird. Dabei wird auch die Frage gestellt, wer mehr Schuld trägt: Derjenige der sich selbst aufgibt oder Derjenige, der seinen verlorenen Freund aufgibt, um sich selbst zu retten? Am Schluss geht es auch darum, ob es möglich ist sich von dieser Schuld zu befreien.

Fazit

Die Lektüre von Jussi Adler-Olsens „Das Alphabethaus“ lässt einen nicht in Angstschweiß baden. Aber der subtile Thriller regt zum Nachdenken über Freundschaft und Schuld an. Und lässt den Leser sich fragen: „Wie hätte ich gehandelt?“ Ein absolut mehr als lesbares und empfehlenswertes Werk!

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